Zauber der Hexen


Die  Heilkunst der Hexen bestand unter anderem aus dem Wissen über Kräuter und Zaubersprüchen.

von Elisabeth Küpfert, Eva Robmann, Therese Schwender, Axel Zimmermann

Die Hexe ist weder eine Frau mit Buckel und Warze, wie wir sie aus dem Märchen kennen, noch wohnt sie in einen schiefen Haus im Wald. Bis ins späte Mittelalter war das Wort Hexe nicht negativ besetzt. Man verstand unter Hexe eine Heilerin, die mit Hilfe von Kräutern, Astrologie, Ritualen und Magie heilte.

Die Magie der Hexen

Heilskunde, so wie sie im volkstümlichen Sinne auf dem Lande praktiziert wurde, hing zusammen mit Wahrsagen, nämlich der hellsichtigen Erkenntnis der Krankheitsursache und ihrer Therapie. Diese hing seit jeher Hand in Hand mit magischen Zauberformeln zusammen, welche Dämone vertrieb und auf gedanklicher Ebene Heilungsprozesse fördern sollten.

Als im 15. Jahrhundert Hungersnot und Pest ganz Europa bedrohten, suchte die Kirche, aber auch die Regierung nach Schuldigen. Doch schuldige waren nicht nur die sogenannten  „Hexen“, sondern alle, die jemandem im Wege standen. Man machte diese Frauen – und auch Männer – für schlechte Ernten, Krankheiten bei Mensch und Tier, aber auch für schlechtes Wetter verantwortlich.

Hexenverfolgung

Dass es bei der Hexenverfolgung im späten Mittelalter vor allem Frauen traf, lag wohl daran, dass es viele unabhängige allein stehende Frauen gab. Die Männer kamen in den Kriegen oder bei den zahlreichen Fehden um.

Wie viele Frauen und Männer ermordet wurden, ist nicht bekannt – die Zahlen schwanken zwischen 100000 und mehreren Millionen. Die letzte Hexenverbrennung fand 1782 im schweizerischen Glarus statt. 

Kräuterhexe

Es ist Vollmond. Eine Frau bewegt sich durch Feld und Wald und sammelt Thymian, Lavendel und Basilikum. Es ist eine Hexe, die Meisterin der Kräuterkunde. Sie weiss alles über die heilenden Kräfte der einzelnen Pflanzen. Aber auch die Gefahren kennt sie. Damit ihre Tränke und Salben die magische Wirkung entfalten konnten, musste sie sie an bestimmten Tagen, Mondphasen oder Stunden einsammeln.

Auf zur Walpurgisnacht

Viele der Pflanzen, die Hexen für ihre Arzneien verwendeten, waren psychoaktiv. Sie wirkten berauschend und lösten traumartige, ekstatische Zustände aus.  Das bekannteste Beispiel ist die Hexen- oder Flugsalbe. Das genaue Rezept ist unbekannt. Eine Vermutung deutet auf eine Mischung aus Stechapfel, Tollkirsche und anderen Pflanzen in.

Die Mischung wurde zum Beispiel  auf Hand- und Fussgelenke aufgetragen. Schon bald erlebte man das Gefühl der Schwerelosigkeit, das Fliegens. Fast wie eine Hexe auf ihrem Besen, wenn sie sich in der Walpurgisnacht auf den Weg zum Blocksberg machte.

Heilungszauber

Es gibt auch den Heilungszauber. Um Warzen wegzuheilen soll man in einer Nacht bei zunehmendem oder Vollmond ins Freie gehen, eine weisse Kerze entzünden und mit einer Speckschwarte über die Warze streichen und sagen: "Was ich sehe, das mehre sich. Was ich bestreiche, verzehre sich."

Ein alter Zigeunerglaube besagt, um von Krankheit zu befreien, müsse man dem Kranken die Fingernägel und Haare schneiden, und diese anschliessend vergraben. Oder aber sie werden in einen Fluss oder ein anderes Gewässer geworfen, damit die Krankheit weggeschwemmt und das Fieber gesenkt wird.

Freud (und Leid) mit Hanf

Im Mittelalter benutzte die Bevölkerung Hanf, um „Hexen" und  "Dämonen“ zu vertreiben.

Eine Geburt war im Mittelalter für Mutter und Kind lebensgefährlich. Schon fünf Minuten nach dem Rauchen wirkt Hanf: Bei hoher Dosierung verändert sich die Wahrnehmung. Cannabis-Produkte haben zudem eine schmerzstillende Wirkung. Alles höchst willkommen für Hexen und ihre Kundinnen und Kunden.

Vorsicht bei Nachahmung

Das Rauchen von Hanf ist illegal. Cannabiskonsum beeinträchtigt das Autofahren, noch bis zu mehrere Stunden nach dem Konsum. Bei Überdosierung, seltener bereits bei kleinem Erstkonsum, treten Übelkeit, Herzrasen, starke Halluzinationen und Angstzustände auf.



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