Zauber Formel 1

 
   

Die Grand Prix ziehen an den Wochenenden ein Millionenpublikum  vor die Bildschirme und Tausende an den Streckenrand. Die zweistündigen Rennen versprühen eine eigenartige Faszination.

von Matthias Pfander

Die Formel 1 ist magisch: Die tollkühnen Männer in ihren rasanten Kisten verzaubern ein Millionenpublikum. Und es gibt gute Gründe dafür, weshalb das schnelle Fahren im Kreis eine solche Anziehungskraft ausübt.

Der Todesmut der Fahrer, die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, der Triumph des Siegers faszinieren. Auch die Frauen spielen eine Rolle. Die Boulevard-Zeitungen lieben die leicht bekleideten Boxenluder.

Nicht zuletzt trägt aber auch das Geld zur Anziehungskraft bei. Seien es die 100 Millionen Franken, die Michael Schumacher pro Jahr verdient oder die Milliardenumsätze, die der Veranstalter über die Werbung einfahren kann.

Rasante Helden

Das erste Autorennen mit der Bezeichnung "Grand Prix" fand zwar bereits 1895 auf der Strecke Paris-Bordeaux-Paris statt. Die Zeitrechnung in der Formel 1 beginnt jedoch erst 1950. Damals wurde das Regelwerk ins Leben gerufen, um aus den Grand Prix-Rundrennen in verschiedenen Ländern schliesslich einen Weltmeister herauszudestillieren.

Die Formel 1 nahm am 13. Mai 1950 mit dem Grand Prix von Grossbritannien in Silverstone ihren Anfang. Als Sieger ging Dr. Nino Farina hervor, der auf seinem Alfa Romeo gleich auch erster Formel 1- Weltmeister wurde. Ein Jahr später, ebenfalls auf Alfa Romeo, gewann der Argentinier Juan Manuel Fangio den Weltmeistertitel.

Fangio wurde zum ersten Helden des Formel 1-Zirkus. Er legte eine beeindruckende Siegesserie auf den Asphalt. Bis 1957 gewann er den Titel noch vier Mal. Erst 2002 gelang es Michael Schumacher diesen Rekord zu egalisieren und in der Saison 2003 ihn sogar zu brechen.

Glänzende Resultate

Ein Rennstall überstrahlt die ganze Formel 1 in roter Farbe: Ferrari. Bereits 21 Mal konnte die Scuderia den Weltmeistertitel für sich beanspruchen. Dahinter folgen mit neun Siegen das Williams-Team und mit acht Titeln McLaren. Wobei Williams und McLaren immer wieder mit anderen Herstellern zusammenarbeiteten.

Die drei Spitzenteams dominieren ebenfalls bei der Anzahl einzelner Grand Prix-Siege. Ferrari gewann bis jetzt 167, McLaren 130 und Williams 112. Es gibt aber auch Teams, die schon eine Weile beim Formel 1-Zirkus mitmachen und noch nie gewonnen haben: Zum Beispiel Arrows (seit 1978 dabei), Sauber (seit 1993 dabei) oder Team Surtees (1970-1978).

Die Formel 1-Statistiken halten auch Kuriositäten bereit: Als ältester Grand Prix-Gewinner ging 1951 Luigi Faioli mit 53 Jahren und 22 Tagen in die Geschichte ein. Als ältester Fahrer unterwegs war Louis Chiron 1955 im Alter von 55 Jahren in Monaco. Er setzte sich mit 59 sogar nochmals ans Steuer, konnte sich aber nicht mehr qualifizieren. Im Kontrast zu den unterhaltsamen stehen die tragischen Episoden.

Düstere Seiten

Die Formel 1 gehört zu den gefährlichsten Sportarten überhaupt. Die letzten Tragödien ereigneten sich in Monza 2000 und Melbourne 2001, als je ein Streckenposten ums Leben kam. Sie wurden von Fahrzeugteilen, die nach einem Unfall herumflogen, erschlagen. Die am Unfall beteiligten Fahrer trugen, wenn überhaupt, nur kleine Verletzungen davon und fahren heute noch Rennen.

Die letzten Todesopfer unter den Fahrern waren Ayrton Senna und Roland Ratzenberger, die beide 1994 starben. Früher waren die Sicherheits-vorkehrungen schlechter und deshalb Opfer häufiger. Von 1952 bis 1962 gab es jährlich mindestens einen Toten zu beklagen. Und 1958 ist mit vier Formel 1-Toten das tragischste Jahr überhaupt.

Über die Jahre wurden die Sicherheitsbestimmungen ständig verschärft und die Formel 1-Boliden mit neuen Technologien verbessert. Seit den 80er Jahren nimmt die Zahl der Toten ab. Trotzdem stellt sich die Frage, weshalb sich die Fahrer diesen Gefahren überhaupt aussetzen.

Frauenzauber

Damit Männer sich mit dem Glorienschein des Heldentums schmücken können, braucht es Frauen. Die deutsche Boulevard-Zeitung "Bild" bringt es folgendermassen auf den Punkt: "Sie sind das zuckersüsse Sahnehäub-chen der Formel 1".

Bis zum heutigen Tag haben sich aber nur drei Fahrerinnen, allesamt Italienerinnen, ins Cockpit eines Formel 1-Boliden gesetzt, um an einem Rennen teilzunehmen. Für Frauen sind andere Rollen vorgesehen. Bei-spielsweise die Rollen als Boxenluder (engl. Pitbabes).

Die Boxenluder müssen vor allem ideale Körpermasse plus, wo nötig, ein Quäntchen Silikon haben. Sie verdingen sich einem Rennstall oder einem Sponsor, tragen aufreizend knappe Kleidung und vielleicht einmal einen Sonnenschirm.

Eine wichtige Rolle übernehmen zudem die Freundinnen und Ehefrauen der todesmutigen Formel 1-Piloten. Sie stützen den Heldenmythos, bleiben aber als stille und unfassbare Schönheiten im Hintergrund.

 

 
 

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